Bei dem lockeren InstaLive-Talk, veranstaltet von der Kandidatin der CDU für den Landtag, Frau Dr. Natalie Pfau-Weller, wurden Methoden der Digitalisierung in Kommunen und Behörden mit dem Nutzen für die Bürger veranschaulicht.

Die Soziologin und Politologin Jennifer Krauss, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team »Urban Governance Innovation« beim Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, vermittelte Ihre Forschungsschwerpunkte: Nachhaltige Digitalisierung innerhalb der Stadtentwicklung. Mit Elan und Fachwissen führte Frau Dr. Natalie Pfau-Weller durch die Veranstaltung. Sie hat die Themenfelder gut verknüpft. Als promovierte Politologin arbeitet sie ebenfalls beim Fraunhofer IAO in Projekten bezüglich nachhaltige Stadtentwicklung, Digitalisierung und Klimaschutz.

Bei dem Gespräch wurden nicht Visionen vorgestellt, sondern Projekte die bereits in Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg umgesetzt wurden. Was zeichnet Kommunen aus, die digital gut aufgestellt sind? Was machen sie anders und was kann man von ihnen lernen? Fakt ist, die Kommunen die bereits digital arbeiten, erreichen schnelleres Handeln für die Bürger, Unternehmen, Schulen und Vereine.

Frau Jennifer Krauss erläuterte digital@bw, die Digitalisierungsstrategie der Landesregierung Baden-Württemberg. Unser Bundesland hat eine einheitliche, integrative Vision für die Gestaltung des digitalen Wandels vorgelegt. Die in Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern erstellte Strategie soll die notwendigen Anstrengungen fokussieren, um den Erfolg Baden-Württembergs auch im digitalen Zeitalter sicherzustellen. digital@bw zeigt auf, in welche Zukunft uns die Digitalisierung führen soll und kann, wenn wir die richtigen Weichenstellungen vornehmen. Als starker Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort müssen wir die Gestaltung der Digitalisierung auch in den Kommunen selbstbewusst angehen.

Jennifer Krauss nennt einige praktische Anwendungen und zeigt die Notwendigkeiten auf, dass eine Kommune sich auf digitales, bürgerfreundliches und Papierloses oder Papierarmes Arbeiten umstellen kann. Die Umsetzung ist nicht von der Größe der Kommune abhängig.


Digitales Arbeiten ermöglicht ein Bürgerfreundliches Arbeiten in den Kommunen. Auf dem Symbol-Bild scheint dies aber noch nicht der Fall zu sein.
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Es muss eine eigene Strategie erarbeitet werden. Ein klares politisches Bekenntnis für die Umsetzung ist notwendig. Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltungsmitarbeiter müssen dahinter stehen. Neben dem politischen Willen ist ein Zugang zum Internet und die Verfügbarkeit einer leistungsfähigen Breitband-Infrastruktur Voraussetzung. Ziele und Zeitspannen sind zu definieren. Die Budgets müssen eingeplant werden. Es ist zu empfehlen, nicht alles auf einmal sondern Schritt für Schritt umzustellen. Die Umstellung ist keine Frage des Alters der Mitarbeiter, sondern eine Frage der Einstellung und der Bereitschaft. Das gilt genauso für die Bürger, die bei der Kontaktaufnahme mit der öffentlichen Verwaltung digitale Möglichkeiten in Anspruch nehmen wollen.
Hierzu passt das Zitat von Andy Warhol: „Alle sagen, dass Zeit Dinge ändert, aber Du musst sie doch selber ändern?“

Zur strategischen Herangehensweise sagt Jennifer Krauss, dass die Digitalisierung in den Verwaltungen nicht nur nach Außen – sondern auch Intern, zwischen den Ämtern passieren muss. Es braucht kein eigenes Digitalministerium. Bei sämtlichen Entscheidungen, über alle politischen Ebenen hinweg und bei allen Vorgängen in und für Verwaltungen, muss ein vernetztes Denken und Arbeiten vorherrschen.
Jede und Jeder sollte sich trauen, neue Wege zu beschreiten. Es ist in Ordnung, wenn es mal schiefläuft. Neue Arbeitsweisen werden nicht immer auf Anhieb klappen.
Eine solche Fehlschlagkultur erlaubt es uns, neue Projekte und neue Methoden mit Kraft und Freude anzugehen. Das hat am Ende meist positive Auswirkungen auf die Ergebnisse. Hat Corona einen Push gegeben für die Digitalisierung? Ein klares Ja ist ihre Antwort. Die Bereitschaft zur Umsetzung von Veränderungen sei größer geworden. Als wichtige Erfahrung erachtet Frau Jennifer Kraus, dass digitalisierte Kommunen besser durch die Corona-Krise gekommen sind und auch krisenfester wurden.

Es dürfen keine Mitarbeiter oder Bürger überfordert werden mit der Digitalisierung. Alle Menschen müssen mitgenommen werden. Während einer Übergangsphase muss ein analoges Arbeiten und ein analoger Kontakt zu den Behörden weiterhin möglich bleiben.
Digitalisierung kann nicht alles ersetzen. Lediglich online-Kontakte sind nicht das Ziel einer bürgernahen und gleichzeitig effizienten Verwaltung. Nach der Corona-Pandemie werden viele digitale Formate bleiben. Aber soziale Kontakte sind notwendig und gewünscht von den Menschen.

Fazit von Frau Dr. Natalie Pfau Weller ist: Digitalisierung soll den Menschen dienen!
Die fortschreitende Digitalisierung bietet die Chance, neue Lösungen für existierende
Probleme und Fragestellungen für das Leben zu entwickeln. Dieser Wandel findet nicht hinter verschlossenen Türen statt. Vielmehr soll er unter Einbeziehung vieler Beteiligter proaktiv vorangetrieben werden. Damit unser Bundesland und unser Wahlkreis auf lange Sicht lebenswert bleibt und als attraktiver Wirtschaftsstandort erhalten wird. Deshalb jetzt rein in die Praxis für eine vielversprechende Zukunft!
Frau Dr. Pfau-Weller will die Lebensqualität im städtischen und ländlichen Raum nachhaltig erhalten. Einer drohenden Abwärtsspirale aus abnehmender Wirtschaftskraft, schwindender Daseinsvorsorge und daraus folgender Abwanderung, stemmt sie sich mit Ideen, Gründergeist und Innovationskraft entgegen. Dabei baut sie auf die Chancen der Digitalisierung. Diese birgt enormes Potenzial für Mobilität, Nahversorgung, Arbeit und gesellschaftliches Leben.

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